Ich heisse Sie auf meiner Seite herzlich willkommen. Mein Name ist – wie Sie ja schon auf den vorderen Seiten vernommen haben – Caroline Richter-Burgener. Ich bin 28 Jahre alt und habe mein Hobby zum Beruf gemacht.

Am 1. Juli 1999 schloss ich meine Ausbildung zur Tiermedizinischen Praxisassistentin ab. All die Jahre meiner Ausbildung, hat mich das Verhalten der Tiere sehr fasziniert und gefesselt, so, dass ich beschloss, mehr daraus zu machen.

Leider kam es nicht selten vor, dass Tierbesitzer angerufen haben, sie müssen ihre Katze einschläfern, weil sie unsauber sei. Es waren nicht immer ältere Katzen, sondern auch sehr oft recht junge, welche mit ihrer Umgebung, ihrem Besitzer oder mit der Situation nicht mehr zurecht kamen – sei es, man ist umgezogen oder die Besitzerin hat ein Kind bekommen etc. Als das Tier dies mit Unsauberkeit zum Ausdruck brachte, musste es sterben. Da dachte ich mir, das darf nicht sein. Da muss man etwas unternehmen können bzw. mann muss den Leuten helfen, ihnen die Situation erklähren und Vorschläge machen können, wie man dem Abhelfen kann. Hinzu kam auch mein allgemein grosses Interesse am Verhalten der Tiere und meine Kenntnisse über Hunde, welche mir mein Vater beigebracht hat. So entschloss ich mich, die Ausbildung zur Tierpsychologischen Beraterin I.E.T. in Angriff zu nehmen.

Nach einer 2-jährigen berufsbegleitenden Ausbildung am Institut für angewandte Ethologie und Tierpsychologie (I.E.T.) bei Dr. sc. Dennis C. Turner in Zürich schloss ich dann im Frühling 2002 meine Zweitausbildung mit Schwergewicht Clicker Training (mit Françoise Teuscher) als Tierpsychologische Beraterin I.E.T. (V.I.E.T.A.-Mitglied) für Hunde, Katzen und andere Heimtiere ab. Während meiner Ausbildung konnte ich sogar etwas Erfahrungen mit Clicker Training bei Pferden machen.

Das Thema meiner Abschlussarbeit lautete:

 

Behandlung von Verhaltensstörungen mit operanter und klassischer KonditionierungFall I
Hyperaktivität und Ungehorsamkeit beim Hund































Fall II
Lärmempfindlichkeit/Schreckhaftigkeit bei Katzen gepaart mit unsozialem Verhalten

 

Was ist Tierpsychologie – was ist meine Arbeit

 

„Was ist Tierpsychologie überhaupt? Kann ich meine Katze, meinen Hund oder was auch immer zu Ihnen bringen, Sie hypnotisieren es, und das Tier „erzählt“ Ihnen dann von seinen Problemen? Was machen Sie – wie kann ich mir das vorstellen?“

Diese Frage wird mir sehr oft gestellt. Aber so lässt sich Tierpsychologie nicht erklären. Da leider oft der Besitzer oder ein Geschehen die Ursache des Problems ist, schaue ich mir in der Regel das Tier in seiner gewohnten Umgebung an. Mit Hilfe des Besitzers versuche ich, den Grund des Fehlverhaltens herauszufinden. Manchmal ist das sehr schwierig! Auf jeden Fall, versuche ich schlussendlich, dem Besitzer beizubringen, wie er seinem Tier Sicherheit geben kann, es von seinem Fehlverhalten abbringen, … kurz, das Zusammenleben von Mensch und Tier (sowie von Tier zu Tier) einfacher gestalten kann. Es ist leider nicht immer ganz einfach. Die Geduld, der Einsatz des Besitzers und auch viel Zeit, mit seinem Tier zu arbeiten sind bei dieser Arbeit sehr wichtig. Wenn der Besitzer nicht wirklich gewillt ist, ein Ziel zu erreichen und sich auch Zeit nehmen will, mit seinem Tier zu arbeiten, kommt es leider nicht immer zum Erfolg. Ich bin also sehr auf die Mithilfe des Besitzers angewiesen! Je nach Problem geht es auch länger, bis ein Erfolg zu sehen ist und … na ja … Wunder vollbringen kann leider niemand. So kann auch ich nicht ein Problem von heute auf morgen lösen.

Aber mit Ihrer Hilfe kann es klappen und ihr „Freund“ muss nicht eingeschläfert werden!

Was ist also Tierpsychologie genau: Der Begriff Tierpsychologie ist ein Teilgebiet der Ethologie. Unter dem Begriff Tierpsychologie versteht man das genaue Analysieren des Verhaltens von Tieren (sei es von Tier zu Tier / Tier zu Mensch / Mensch zu Tier), das einfühlsame Verstehen der einzelnen Tierarten sowie das Erkennen von krankheitsbedingten Erscheinungen. Während man sich in der Ethologie mit dem Normalverhalten / Durchschnittsverhalten einer Tierart beschäftigt, versucht man in der Tierpsychologie die Verhaltensauffälligkeiten der Tiere zu analysieren und zu korrigieren.

 

 

Was ist Clicker Training?

 

Die Methode des Clickertrainings wurde hauptsächlich durch Karen Pryor bekannt und heisst soviel wie „Click - Belohnung“. Sei diese Belohnung nun ein Spielzeug, dass geworfen wird oder etwas, dass das Tier gerne frisst etc. Hauptsache, das Tier liebt diese Belohnung.

 „Wissenschaftlich definiert ist Clickertraining eine kurze Umschreibung für operantes Konditionieren auf der Basis von positiver Verstärkung, den systematischen Gebrauch eines konditionierten Verstärkers einschliessend.“ (Brigit Laser, 2000) Tönt sehr kompliziert - oder? Dem ist aber nicht so. Wer die Grundregeln einmal begriffen hat, macht das mit Links.

An Stelle eines Clickers kann man zu jeder Zeit auch ein anderes Signal, ein Wort, ein mit dem Mund erzeugtes Geräusch oder was auch immer einsetzen. Hauptsache ist, dass das Tier es mit etwas Positivem verbindet. Was ist nun aber operante und klassische Konditionierung? Eine operante - auch instrumentelle Konditionierung genannt - ist eine Veränderung bestimmter Verhaltensweisen durch Verknüpfung von Situationsgegebenheiten mit Verhaltensweisen, die Belohnungen (positive/negative Verstärker) oder Bestrafungen (positive/ negative Bestrafungen) nach sich ziehen, d.h. das Verhalten des Tieres ist das Instrument.

Bei der klassischen Konditionierung ist das Ergebnis unabhängig vom Verhalten des Tieres. „Hier wird eine positive oder negative Assoziation („Vereinigung“) zwischen einem natürlichen Reiz und einem künstlichen indifferenten Signal verbunden.“ (Dr. sc. Dennis C. Turner) z.B. ein Staubsauger wird mit Lärm und Angst assoziiert, ein Click mit Belohnung, etc.

Was sind positive/negative Verstärkungen; positive/negative Bestrafungen?

Positive Verstärkung ruft das Erscheinen von etwas Angenehmen hervor (Futter, Streicheleinheiten, etc.); negative Verstärkung bringt das Verschwinden von etwas Unangenehmem (Lärm, Drucknachlass vom Würgehalsband, etc.). Positive Bestrafung ist das Erscheinen von etwas Unangenehmem (elektrischer Schock, Lärm, etc.); negative Bestrafung ist das Verschwinden von etwas Angenehmem (Futter, Streicheleinheiten, etc.)